Learn German | German Podcast | Allein reisen | Hotel, Zug & neue Leute


 EMA:Stell dir vor: Du sitzt allein in einem Zug, irgendwo in einem fremden Land. Du kennst niemanden. Du weißt nicht genau, wo du aussteigen musst. Und dann fragt dich plötzlich jemand auf Deutsch: „Entschuldigung, ist der Platz noch frei?" Was machst du?

 MARK:Guten Tag und willkommen bei Mein Deutschweg – dem Podcast für alle, die Deutsch lernen und dabei das echte Leben entdecken wollen.

 EMA:Hallo zusammen! Schön, dass ihr wieder dabei seid. Ich bin Ema.

MARK:Und ich bin Mark. Und Ema, bevor wir anfangen – diese Situation, die du gerade beschrieben hast... das klingt sehr nach einer echten Geschichte.

EMA:Oh je, ja! Das ist tatsächlich passiert. Also, ich war das erste Mal allein in Deutschland. Ich war neunzehn Jahre alt, sehr aufgeregt, sehr nervös. Ich hatte meinen Rucksack, mein Wörterbuch – ja, ein echtes Buch, kein Handy! – und einen Zugticket von Frankfurt nach München.

MARK:Okay, ich höre schon, das wird gut.

 EMA:Also, ich sitze im Zug, alles schön. Aber dann, nach etwa einer Stunde, merke ich: der Zug fährt in die falsche Richtung. Ich war so beschäftigt damit, aus dem Fenster zu schauen und Deutsch zu üben, dass ich einfach... im falschen Zug eingeschlafen bin.

 MARK:Was?! Du bist eingeschlafen?

EMA: --> Ja! Und als ich aufgewacht bin, war ich in Mannheim. Nicht München. Mann-heim. Ich hatte keine Ahnung, wo das ist. Ich gehe zur Auskunft, ich versuche zu erklären – auf sehr schlechtem Deutsch – was passiert ist. Und der Mann am Schalter schaut mich an und sagt ganz ruhig: „Ach so. Das passiert oft.

" MARK:Ha! „Das passiert oft." Das ist so typisch deutsch, diese Ruhe!

 EMA:Ich weiß! Ich war kurz vor dem Weinen und er war so... gelassen. Aber weißt du was? Ich habe dann alleine den richtigen Zug gefunden, ich bin in München angekommen, und ich war so stolz auf mich!

MARK:Das ist wirklich eine tolle Geschichte. Und weißt du, ich habe auch so einen Moment gehabt. Mein erster Alleintrip – ich war in Wien. Ich hatte das Hostel gebucht, aber ich hatte die Adresse auf meinem Handy gespeichert... und das Handy war tot. Kein Akku mehr.

EMA:Oh nein!

MARK:Ich musste fremde Menschen auf der Straße ansprechen und fragen, ob sie mir helfen können. Das war für mich damals riesig. Ich bin von Natur aus eher schüchtern. EMA:Wirklich? Du wirkst gar nicht schüchtern!

MARK:Das Reisen hat mich verändert! Und genau darum geht es heute: Allein reisen. Das große Abenteuer des Solo-Reisens.

 EMA:Genau! Heute sprechen wir über alles rund ums Alleinreisen auf Deutsch. Ihr lernt heute: wie man eine Reise plant, wie man sich in Hotels und Hostels vorstellt, wie man nach dem Weg fragt, wie man neue Leute kennenlernt – und natürlich viele nützliche Vokabeln und Phrasen dafür.

MARK:Am Ende dieser Episode könnt ihr selbstbewusst auf Deutsch reisen. Versprochen!

EMA:Und ihr könnt wie ich im falschen Zug sitzen – aber diesmal wisst ihr, wie ihr fragt, wo ihr eigentlich seid!

 MARK:Perfekt. Also, fangen wir an. Zuerst: unsere Dialogszene!


TEIL 2: DIALOGSZENE

EMA:Unsere heutige Szene heißt: „Marks erstes Soloabenteuer." Mark reist allein nach Hamburg. Es ist sein erster Alleintrip und er hat ein paar kleine Probleme – aber auch tolle Begegnungen. Ich spiele mehrere Rollen: die Hotelangestellte, eine Mitreisende im Zug und eine Kellnerin. Mark spielt sich selbst – als nervösen Alleinreisenden!

 MARK:Ich werde mein Bestes geben!

EMA:Los geht's!


[SZENE 1: Im Zug – Mark sitzt neben einer fremden Frau]

MARK:*(leise zu sich selbst)* Okay. Ich bin im Zug. Ich fahre alleine nach Hamburg. Ich schaffe das. Ich schaffe das. *(laut)* Entschuldigung, ist dieser Platz noch frei? EMA:*(als Mitreisende, freundlich)* Ja, natürlich! Bitte sehr.

MARK:Danke schön.

EMA:*(als Mitreisende)* Reisen Sie weit?  

MARK:Äh... ja. Nach Hamburg. Und Sie?

 EMA:*(als Mitreisende)* Ich auch! Hamburg ist wunderbar. Sind Sie das erste Mal dort?

 MARK:Ja, tatsächlich. Ich reise allein dieses Mal. Es ist... aufregend.

 EMA:*(als Mitreisende)* Oh, allein reisen ist das Beste! Man ist so frei. Keine Kompromisse, keine Diskussionen. Wohin man will, wann man will.

MARK:Das stimmt. Aber ich muss zugeben – ich bin ein bisschen nervös. EMA:*(als Mitreisende)* Das ist völlig normal. Beim ersten Mal ist man immer nervös. Haben Sie schon ein Hotel gebucht?

MARK:Ja, ein Hostel in der Nähe vom Hauptbahnhof. Es war am günstigsten. EMA:*(als Mitreisende)* Ein Hostel – super Idee! Da trifft man so viele interessante Menschen aus aller Welt. Ich war früher oft in Hostels. Heutzutage bin ich etwas älter... *(lacht)* ...und ich bevorzuge ein ruhiges Hotelzimmer.

 MARK:*(lacht)* Das kann ich verstehen.


EMA:Kurze Pause! Habt ihr „Kompromisse" gehört? Das ist ein wichtiges Wort. Wenn man allein reist, muss man keine Kompromisse machen – man entscheidet alles selbst. Außerdem: „bevorzuge" kommt vom Verb „bevorzugen" – das bedeutet „lieber mögen" oder „lieber haben". Weiter geht's!


[SZENE 2: Im Hostel – Check-in an der Rezeption]

EMA:*(als Hotelangestellte, professionell)* Guten Abend! Herzlich willkommen. Was kann ich für Sie tun?

 MARK:Guten Abend. Ich habe eine Reservierung. Mein Name ist Mark Wagner. EMA:*(als Hotelangestellte)* Einen Moment bitte... Wagner, Wagner... *(tippt)* ...ja, hier sind Sie! Ein Bett im Sechs-Bett-Zimmer, zwei Nächte, richtig?

MARK:Genau, das ist richtig.

EMA:*(als Hotelangestellte)* Darf ich bitte Ihren Ausweis sehen?

MARK:Natürlich. Hier bitte. EMA:*(als Hotelangestellte)* Danke sehr. *(kurze Pause)* Alles in Ordnung. Hier ist Ihr Schlüssel – Zimmer Nummer zwölf, zweites Stockwerk. Der Aufzug ist gleich dort drüben. Das Frühstück ist von sieben bis neun Uhr dreißig. Haben Sie Fragen?

MARK:Ja, eine Frage: Gibt es hier WLAN?

 EMA:*(als Hotelangestellte)* Selbstverständlich. Das Passwort steht auf dieser Karte. *(reicht ihm eine Karte)* Noch etwas?

 MARK:Äh, ja. Können Sie mir ein gutes Restaurant in der Nähe empfehlen? Ich möchte heute Abend typisch hamburgische Küche essen.  

EMA:*(als Hotelangestellte)* Oh, sehr gerne! Dann empfehle ich Ihnen das „Fischrestaurant am Hafen" – etwa zehn Minuten zu Fuß von hier. Die Fischsuppe dort ist ausgezeichnet. Sie öffnen um achtzehn Uhr.

 MARK:Wunderbar, vielen Dank!

 EMA:*(als Hotelangestellte)* Gern geschehen. Einen schönen Aufenthalt!


MARK:Kleiner Tipp hier: „Gern geschehen" ist die typische Antwort auf „Danke schön" in formellen Situationen. Man hört das sehr oft in Hotels und Restaurants. Und „Aufenthalt" – das ist die Zeit, die man irgendwo verbringt. „Ich wünsche Ihnen einen schönen Aufenthalt" – das sagt man zum Beispiel am Anfang eines Hotelbesuchs.


[SZENE 3: Im Restaurant – Mark isst allein]

EMA:*(als Kellnerin, freundlich)* Hallo! Haben Sie einen Tisch reserviert? MARK:Nein, leider nicht. Ich bin spontan gekommen. Haben Sie noch Platz für eine Person?

 EMA:*(als Kellnerin)* Ja, klar! Kommen Sie, ich bringe Sie zu einem Tisch. *(kurze Pause)* Hier bitte. Essen Sie allein heute?

MARK:Ja. Ist das in Ordnung?

 EMA:*(als Kellnerin)* Natürlich! Allein essen hat seine Vorteile. Man kann in Ruhe essen, ohne reden zu müssen. *(lacht)* Hier ist die Speisekarte.

 MARK:Danke. *(schaut die Speisekarte an)* Entschuldigung, was ist der Unterschied zwischen „Fischsuppe" und „Fischcremecreme"?

 EMA:*(als Kellnerin)* Die Fischsuppe ist eher klar, mit Gemüse und Stücken vom Fisch. Die Fischcremesuppe ist cremiger und reichhaltiger. Sie ist etwas schwerer – aber sehr lecker!

MARK:Ich nehme die Fischsuppe, bitte. Und ein Glas Wasser.

EMA:*(als Kellnerin)* Kommt sofort! *(kurze Pause – dann zurück)* So, hier ist Ihre Suppe. Guten Appetit!

 MARK:Danke schön. *(isst)* Mmh, die ist wirklich gut! Entschuldigung, darf ich noch etwas fragen?

 EMA:*(als Kellnerin)* Ja, natürlich.

 MARK:Ich bin neu in Hamburg. Haben Sie einen Tipp – was muss man hier unbedingt sehen?

EMA:*(als Kellnerin)* Oh, auf jeden Fall die Elbphilharmonie! Die ist wunderschön, vor allem abends wenn sie beleuchtet ist. Und natürlich der Fischmarkt am Sonntagmorgen – der ist einmalig. Aber Vorsicht: Er beginnt schon um fünf Uhr morgens! MARK:Fünf Uhr morgens?! Das ist sehr früh.

EMA:*(als Kellnerin, lachend)* Ja! Aber es lohnt sich. Die Atmosphäre ist einzigartig.

MARK:Danke für den Tipp! Das werde ich auf jeden Fall machen.


[SZENE 4: Abend im Hostel – Mark lernt Mitreisende kennen]

MARK:*(im Gemeinschaftsraum, zu einer Gruppe)* Hallo zusammen. Darf ich mich dazusetzen?

EMA:*(als andere Reisende, locker, mit du-Form)* Hey, klar! Komm her. Du bist neu angekommen?

MARK:Ja, heute Abend. Ich bin Mark.

EMA:Ich bin Sara. Das sind Jonas und Luis. Wir reisen alle zusammen – aber wir haben uns erst gestern hier kennengelernt!

MARK:Oh, wirklich? Das ist toll! Also... seid ihr auch alle Alleinreisende? EMA:*(als Sara)* Ja! Das ist das Tolle an Hostels. Man kommt allein – und findet plötzlich eine Gruppe. Woher kommst du?

MARK:Ich komme aus München. Und ihr?

 EMA:*(als Sara)* Ich aus Wien, Jonas aus Berlin, Luis aus der Schweiz. Wir haben ganz unterschiedliche Hintergründe – aber alle lieben das Reisen. Was machst du morgen?  MARK:Ich will die Elbphilharmonie besuchen und vielleicht den Hafen.

 EMA:*(als Sara)* Oh super! Wir machen eine Hafenrundfahrt morgen Nachmittag. Willst du mitkommen?

 MARK:Ja, sehr gerne! Das wäre toll.

 EMA:*(als Sara)* Prima! Wir treffen uns um zwei Uhr hier in der Lobby.

 MARK:Perfekt. Ich freue mich!


EMA:Ende der Szene! Habt ihr gemerkt: in der Hotelangestellten-Szene haben wir „Sie" benutzt – die formelle Form. Aber hier im Hostel unter jungen Reisenden sagen alle „du". Das ist typisch: In informellen, freundlichen Situationen unter Gleichaltrigen benutzt man meistens „du". Das ist wichtig zu wissen!

 MARK:Genau! Und das Schöne an Hostels: Man lernt wirklich schnell neue Leute kennen. Wie in unserer Szene – aus Fremden werden in kurzer Zeit Reisebegleiter. Das ist das Magie des Alleinreisens.

 EMA:Sehr schön gesagt. So, jetzt kommen wir zu meinem Lieblingsteil: die Vokabelanalyse!


TEIL 3: VOKABELANALYSE

MARK:Heute haben wir fünfzehn Wörter und Phrasen aus unserer Dialogszene für euch. Ema und ich wechseln uns ab, wie immer.

EMA:Wort Nummer eins: **aufregend**. Aufregend ist ein Adjektiv. Es beschreibt etwas, das viel Emotion weckt – Spannung, Freude, ein bisschen Angst. Es ist positiv gemeint. Zum Beispiel: „Allein reisen ist sehr aufregend." – „Das erste Mal in einer neuen Stadt ist immer aufregend." – „Die Hafenrundfahrt war wirklich aufregend – ich habe so viele neue Dinge gesehen." – „Für mich war der erste Alleintrip das aufregendste Erlebnis meines Lebens."

MARK:Gut! Wort Nummer zwei: **die Reservierung**. Das ist ein Nomen, feminin: die Reservierung, die Reservierungen im Plural. Eine Reservierung macht man, wenn man einen Platz oder ein Zimmer im Voraus buchen möchte. Beispielsätze: „Ich habe eine Reservierung für zwei Nächte." – „Haben Sie eine Reservierung gemacht?" – „Ohne Reservierung ist das Hotel oft ausgebucht." – „Ich habe meine Reservierung online gemacht." Wichtig: Man sagt auch oft „eine Buchung" – das bedeutet dasselbe.

EMA:Nummer drei: **bevorzugen**. Das ist ein Verb. Es bedeutet: etwas lieber mögen, etwas einem anderen vorziehen. Konjugation: ich bevorzuge, du bevorzugst, er/sie/es bevorzugt, wir bevorzugen, ihr bevorzugt, sie bevorzugen. Beispiele: „Ich bevorzuge ein ruhiges Zimmer." – „Bevorzugst du Fensterplatz oder Gangplatz?" – „Manche Reisende bevorzugen Hostels, andere bevorzugen Hotels." – „Er bevorzugt es, allein zu reisen, weil er frei entscheiden kann."

 MARK:Nummer vier: **der Aufenthalt**. Nomen, maskulin: der Aufenthalt, die Aufenthalte. Das bezeichnet die Zeit, die man an einem Ort verbringt. Beispiele: „Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Aufenthalt!" – „Mein Aufenthalt in Hamburg dauerte drei Tage." – „Der Aufenthalt im Hostel war sehr günstig." – „Sie hat ihren Aufenthalt verlängert, weil ihr die Stadt so gut gefallen hat." Tipp: Man hört dieses Wort sehr oft an der Rezeption eines Hotels.

EMA:Nummer fünf: **empfehlen**. Ein sehr nützliches Verb! Es bedeutet: jemandem sagen, dass etwas gut ist. Konjugation: ich empfehle, du empfiehlst, er empfiehlt, wir empfehlen, ihr empfehlt, sie empfehlen. Achtung: In der zweiten und dritten Person Singular wechselt das „e" zu „ie" – das ist ein starkes Verb! Beispiele: „Können Sie mir ein gutes Restaurant empfehlen?" – „Ich empfehle dir das Museum – es ist wirklich interessant." – „Was empfiehlst du für das Wochenende?" – „Die Kellnerin hat uns die Fischsuppe empfohlen." – Und im Perfekt: empfohlen, nicht empfehlt!

MARK:Sehr wichtig, das mit dem Perfekt! Nummer sechs: **lohnen – es lohnt sich**. Diese Phrase benutzt man, wenn etwas den Aufwand wert ist. Zum Beispiel: „Der Fischmarkt beginnt um fünf Uhr morgens, aber es lohnt sich!" – „Das Museum kostet zehn Euro Eintritt, aber es lohnt sich wirklich." – „Lohnt es sich, früh aufzustehen?" – „Ja, definitiv! Es lohnt sich immer, früh aufzustehen, wenn man reist." Tipp: Man sagt fast immer „es lohnt sich" – das Subjekt ist immer „es".

EMA:Nummer sieben: **einmalig**. Adjektiv. Es bedeutet: etwas, das man nur einmal erlebt, etwas Besonderes und Unwiederholbares. Aber Vorsicht! „Einmalig" hat zwei Bedeutungen: erstens „einzigartig, sehr besonders" – und zweitens „nur einmal, nicht wiederholbar". Beispiele: „Die Atmosphäre am Fischmarkt ist einmalig." – „Das war ein einmaliges Erlebnis – so etwas sieht man selten!" – „Das Angebot gilt einmalig – nur heute!" *(hier bedeutet es: nur ein Mal)* – „Die Aussicht von der Elbphilharmonie ist wirklich einmalig."

MARK:Nummer acht: **die Hafenrundfahrt**. Das ist ein zusammengesetztes Nomen – und das gibt es oft im Deutschen! Hafen + Rund + Fahrt. Der Hafen ist der Ort, wo Schiffe ankommen. Rund bedeutet, dass man einen Kreis fährt. Die Fahrt ist die Bewegung. Also: eine Bootstour rund um den Hafen. Beispiele: „Wir machen morgen eine Hafenrundfahrt." – „Die Hafenrundfahrt in Hamburg dauert etwa eine Stunde." – „Auf der Hafenrundfahrt sieht man die großen Schiffe aus der Nähe." – „Ich habe eine Hafenrundfahrt gebucht – für fünfzehn Euro."

 EMA:Nummer neun: **spontan**. Adjektiv oder Adverb. Es bedeutet: ohne Planung, ohne Vorbereitung, aus dem Moment heraus. Beispiele: „Ich bin spontan ins Restaurant gekommen." – „Wir haben spontan entschieden, nach Hamburg zu fahren." – „Bist du ein spontaner Mensch?" – „Alleinreisen macht spontane Entscheidungen viel leichter – du musst niemanden fragen!"

 MARK:Nummer zehn: **der Vorteil**. Nomen, maskulin: der Vorteil, die Vorteile. Ein Vorteil ist etwas Positives, ein gutes Argument für etwas. Das Gegenteil ist: der Nachteil. Beispiele: „Allein essen hat seine Vorteile – man kann in Ruhe essen." – „Was sind die Vorteile vom Alleinreisen?" – „Ein Vorteil vom Hostel ist der günstige Preis." – „Es gibt viele Vorteile, wenn man früh bucht." Tipp: Man sagt oft „Vor- und Nachteile" – Vor- und Nachteile abwägen.

 EMA:Nummer elf: **sich dazusetzen**. Das ist ein reflexives Verb mit Präfix. Es bedeutet: zu einer Gruppe kommen und sich setzen. Konjugation: ich setze mich dazu, du setzt dich dazu, er setzt sich dazu. Beispiele: „Darf ich mich dazusetzen?" – „Sie hat sich einfach dazugesetzt, ohne zu fragen." – „Er fragte höflich, ob er sich dazusetzen darf." – „In der Jugendherberge setzen sich oft Fremde dazu – und werden Freunde." Tipp: In einer formellen Situation sagt man: „Darf ich mich zu Ihnen setzen?" – mit „Sie"!  

MARK:Nummer zwölf: **der Hintergrund**. Nomen, maskulin: der Hintergrund, die Hintergründe. Im alltäglichen Gespräch bedeutet „Hintergrund" die Herkunft, die Geschichte, die Erfahrungen einer Person. Beispiele: „Wir haben alle unterschiedliche Hintergründe." – „Was ist dein kultureller Hintergrund?" – „Sie kommen aus verschiedenen Hintergründen, aber verstehen sich gut." – „Er kommt aus einem musikalischen Hintergrund – sein Vater ist Musiker."

EMA:Nummer dreizehn: **ausgebucht**. Adjektiv. Es bedeutet: vollständig reserviert, kein Platz mehr frei. Beispiele: „Das Hotel ist leider ausgebucht." – „Im Sommer sind viele Hostels schnell ausgebucht." – „Ich habe zu spät gebucht – alles war schon ausgebucht." – „Buche früh, sonst ist das Zimmer ausgebucht!" Verwandt: „ausverkauft" – das sagt man für Konzerte oder Produkte. Für Hotels und Restaurants sagt man „ausgebucht". MARK:Nummer vierzehn: **unbedingt**. Adverb. Es bedeutet: auf jeden Fall, absolut, es ist sehr wichtig. Beispiele: „Was muss man in Hamburg unbedingt sehen?" – „Du musst unbedingt die Elbphilharmonie besuchen!" – „Ich muss unbedingt früh aufstehen morgen." – „Das Restaurant ist unbedingt einen Besuch wert." Tipp: „Unbedingt" gibt einem Satz Nachdruck. Es ist stärker als „sehr" oder „wirklich".

 EMA:Und Nummer fünfzehn – unser letztes Wort heute: **die Speisekarte**. Nomen, feminin: die Speisekarte, die Speisekarten. Das ist die Liste der Gerichte in einem Restaurant. Speise = Essen; Karte = Karte, Liste. Beispiele: „Darf ich bitte die Speisekarte sehen?" – „Die Speisekarte ist auf Deutsch – kannst du mir helfen?" – „In deutschen Restaurants liegt die Speisekarte meistens schon auf dem Tisch." – „Auf der Speisekarte standen viele traditionelle Gerichte." Manchmal sagt man auch einfach „die Karte" – „Kann ich bitte die Karte haben?"

 MARK:Wunderbar! Fünfzehn Wörter – alles klar? Wenn ihr diese Episode in unserer Beschreibung folgt, findet ihr das PDF mit allen Vokabeln zum Herunterladen!

 EMA:Und jetzt: der Grammatikteil!


TEIL 4: GRAMMATIK

MARK:Heute haben wir zwei Grammatikthemen. Beide kommen direkt aus unserer Dialogszene von heute. Erstes Thema: **Modalverben im Präteritum** – also in der Vergangenheit.

EMA:Genau. In unserer Szene haben wir zum Beispiel gehört: „Ich musste fremde Menschen ansprechen." Und: „Ich wollte die Elbphilharmonie besuchen." Das sind Modalverben in der Vergangenheit. Und im Deutschen benutzt man für Modalverben meistens das Präteritum – nicht das Perfekt.

 MARK:Wichtig! Das ist ein häufiger Fehler. Man sagt NICHT: „Ich habe müssen sprechen" – das klingt sehr unnatürlich. Man sagt: „Ich musste sprechen." Hier sind die wichtigsten Formen. Ich gebe euch die vollständige Tabelle.

EMA:Wir machen das zusammen. Ich sage „müssen" – du sagst die anderen.

 MARK:Gerne! Also: **müssen** – ich musste, du musstest, er/sie/es musste, wir mussten, ihr musstet, sie mussten.

EMA:**wollen** – ich wollte, du wolltest, er/sie/es wollte, wir wollten, ihr wolltet, sie wollten.

MARK:**können** – ich konnte, du konntest, er/sie/es konnte, wir konnten, ihr konntet, sie konnten.

EMA:**dürfen** – ich durfte, du durftest, er/sie/es durfte, wir durften, ihr durftet, sie durften.

 MARK:**sollen** – ich sollte, du solltest, er/sie/es sollte, wir sollten, ihr solltet, sie sollten.

 EMA:Gut! Und jetzt Beispiele aus dem Alltag des Reisens: „Ich musste am Bahnhof warten – der Zug hatte Verspätung." – „Wir wollten die Hafenrundfahrt machen, aber es hat geregnet." – „Er konnte kein freies Zimmer finden." – „Sie durfte nicht ohne Ausweis einchecken." – „Ich sollte um zehn Uhr ankommen – aber ich kam um zwölf an."

MARK:Seht ihr das Muster? Das Modalverb kommt in der konjugierten Form in die Mitte des Satzes, und der Infinitiv kommt ans Ende. „Ich musste warten." „Sie wollte reisen." Das ist dieselbe Struktur wie im Präsens mit Modalverben.

EMA:Genau! Und noch ein Tipp: Im gesprochenen Deutsch – also in normalen Gesprächen – benutzt man für Modalverben fast immer das Präteritum. Aber für normale Verben sagt man meistens das Perfekt. Also: „Ich bin nach Hamburg gefahren" *(Perfekt)* – aber: „Ich wollte die Elbphilharmonie sehen" *(Präteritum)*. Das klingt natürlich!

MARK:Sehr gut erklärt! Zweites Grammatikthema heute: **trennbare Verben im Kontext des Reisens**. EMA:Oh, das ist wichtig! In unserer Szene haben wir viele trennbare Verben gehört. Zum Beispiel: „ankommen", „abfahren", „einchecken", „kennenlernen", „mitkommen".

MARK:Trennbare Verben haben ein Präfix – also einen Teil am Anfang – der sich vom Verb trennt, wenn man es konjugiert. Das Präfix springt ans Ende des Satzes.

EMA:Genau. Schauen wir uns ein paar an: **ankommen** – „Der Zug kommt um neun Uhr an." Nicht: „Der Zug ankommt um neun Uhr." Das Präfix „an" geht ans Ende!

MARK:**abfahren** – „Der Bus fährt um acht Uhr ab." – „Wann fährt der nächste Zug nach München ab?"

EMA:**einchecken** – „Ich checke um drei Uhr ein." – „Wann können wir einchecken?" – In Hotels sehr wichtig!

 MARK:**mitkommen** – „Willst du mitkommen?" – „Er kommt morgen mit." – Das haben wir heute in der Szene gehört: „Willst du zur Hafenrundfahrt mitkommen?"

EMA:**kennenlernen** – „Ich habe viele Menschen kennengelernt." – Im Perfekt: Das Präfix „kennen" bleibt zusammen mit „lernen" und man setzt „ge" in der Mitte: kennen**ge**lernt. Das ist eine Besonderheit bei diesem Verb!

MARK:Stimmt! Das ist ein trennbares Verb, das selbst schon zwei Teile hat. Deshalb: kennengelernt – nicht „gekennenlernt". Das ist ein häufiger Fehler!

 EMA:Merkhilfe: Bei trennbaren Verben – wenn man ein Wörterbuch benutzt, findet man sie meistens mit einem Trennstrich: „an|kommen", „ab|fahren", „ein|checken". Dieses Zeichen zeigt euch: Hier trennt sich das Präfix!

 MARK:Sehr praktisch! Also, kurze Zusammenfassung Grammatik heute: Erstens – Modalverben in der Vergangenheit benutzen das Präteritum, nicht das Perfekt. Zweitens – trennbare Verben werden im Satz getrennt – das Präfix geht ans Ende des Satzes.

 EMA:Perfekt erklärt! Und jetzt zum letzten Teil unserer Episode.


TEIL 5: ZUSAMMENFASSUNG & ABSCHLUSS

MARK:Gut, liebe Hörerinnen und Hörer – wir sind am Ende unserer heutigen Episode angekommen. Was haben wir heute gelernt?

EMA:Erstens: Vokabeln rund ums Alleinreisen – von der Reservierung über die Speisekarte bis zum einmaligen Abenteuer. Fünfzehn Wörter und Phrasen, die euch im echten Leben helfen!

MARK:Zweitens: Wie man in verschiedenen Situationen auf Deutsch kommuniziert – im Zug, beim Check-in, im Restaurant, und beim Kennenlernen neuer Menschen.

EMA:Drittens: Zwei wichtige Grammatikpunkte – Modalverben im Präteritum, und trennbare Verben im Alltag. Beides sehr nützlich, nicht nur beim Reisen!

 MARK:Und jetzt haben wir eine Hausaufgabe für euch! Schreibt in den Kommentaren: **Wohin würdet ihr gerne allein reisen – und warum?** Auf Deutsch natürlich! Auch kurze Antworten sind willkommen. Es geht ums Üben!

EMA:Genau! Und wenn ihr mehr üben wollt: Das PDF mit allen Vokabeln und Grammatikregeln aus dieser Episode findet ihr in der Episodenbeschreibung. Schaut dort rein! MARK:Wenn euch diese Episode gefallen hat, dann abonniert bitte unseren Kanal – damit ihr keine Episode verpasst. Und teilt den Podcast mit Freunden, die auch Deutsch lernen! Das hilft uns sehr.

 EMA:In der nächsten Episode sprechen wir über ein Thema, das viele von euch schon angefragt haben: **Beim Arzt auf Deutsch** – wie man Symptome beschreibt, Termine macht, und versteht, was der Arzt sagt. Sehr praktisch und wichtig!

MARK:Das stimmt – das braucht man früher oder später. Also, seid dabei! EMA:Und jetzt unser Abschlussmotto für heute: Allein reisen bedeutet nicht, einsam zu sein. Es bedeutet, frei zu sein – und offen für alles, was kommt.

MARK:Schön gesagt, Ema. Bleibt neugierig, bleibt mutig – und übt weiter Deutsch! EMA:Tschüss und bis zur nächsten Episode!

 MARK:Auf Wiederhören!

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